Myopie-Kongress 2015 in Köln

Am 12. September 2015 fand in Köln unsere 16. DAKG-Tagung zum Thema Myopie und Myopieprogression statt.

 

160 Augenärzte und Augenoptiker haben erstmalige Studienergebnisse, aktuelle Forschungsansätze und neue Fragen rund um die Myopie, deren Prävention, Entstehung, Progression, aber auch der refraktive konservative Ausgleich mit Kontaktlinsen und Brillen, sowie die chirurgische Behandlung, vorgestellt und diskutiert.

 

Wir freuen uns hier einige Abstracts vorstellen zu dürfen.

Myopie-Epidemie – gibt es sie wirklich?

Dr. rer. nat. Andreas Berke

 

Im Jahr 2002 führte Theodore Grosvenor den Begriff der „Myopie-Epidemie“ ein, um die hohe Zahl von Myopien in Ost- und Südostasiens zu beschreiben. Bezog sich dieser neugeprägte Begriff zunächst nur auf die genannten Regionen Asiens, wird heute von einer weltweiten Myopie-Epidemie gesprochen. Ausgangspunkt für diese erweiterte Verwendung des Begriffs sind zwei US-Amerikanische Studien, die als NHANES 1 und 2 bekannt geworden sind. Das primäre Ziel dieser beiden Studien war die Bestimmung des Gesundheits- und Ernährungsstatus der US-amerikanischen Bevölkerung weiter...

 

Der Stellenwert der Brille bei Korrektur und Kontrolle der Myopie

Dr. sc. hum. Arne Ohlendorf

Die Kurzsichtigkeit stellt in den industrialisierten Ländern Europas, Amerikas und Asiens die wohl häufigste Abnormalität in der Entwicklung des Auges in der Jugend dar und ist in 80% der Fälle die Folge einer Verlängerung des Augapfels: pro Millimeter Längenwachstum wird das Auge um etwa 2.7 Dioptrien kurzsichtiger. Höhere Myopien (ab ca. 6 Dioptrien) gehen einher mit erhöhtem Risiko einer Netzhautablösung, aber auch Glaukom und Katarakt  nehmen bei höherer Myopie zu. Die Veränderung des Augapfels und die damit einhergehende fehlerhafte Fokussierung der Lichtstrahlen vor oder hinter der Netzhaut kann mittels Brillengläser, Kontaktlinsen, refraktiver Chirurgie korrigiert werden weiter...

Digitaler Sehstress und progressive Myopie in Verbindung mit Contactlinsen

Dirk Seidel

 

Analysiert man das Sehverhalten unter den heutigen, täglichen Gegebenheiten, so spielen massgeblich digitale Medien mit ihren besonderen, technischen Merkmalen, visuellen Anforderungen und körperlichen Belastungen eine wichtige Rolle. Es können mittlerweile Zusammenhänge mit der Entwicklung von Kurzsichtigkeit unter den speziellen Sehanforderungen, welche z..B. Smartphones erfodern, dargestellt werden weiter...

 

Management der Myopieprogression mittels Kontaktlinsen

Michael Bärtschi, PhD./Doctor of Philosophy in Biomedicine, SALUS University USA

Je nach Region leiden heutzutage zwischen 20% bis zu 80% der Weltbevölkerung unter Myopie (Pan et al 2012). Dies ist in den meisten Fällen auf ein überdimensioniertes Längenwachstum des Augapfels zurück zu führen und bildet ein hohes Risiko für retinale Erkrankungen wie Netzhautabrisse oder Aderhaut- und Retinaatrophien (Organawa, Tanaka 1988). Dabei bilden vor allem das forcierte Bulbuswachstum in den jungen Lebensjahren zwischen 8 und 20 Jahren den Hauotanteil an der Myopieprogression (Thron et al 2005) weiter...

Case Reports zur Myopiekontrolle mit Orthokeratologie bei Kindern

Alexandra Steinlein

Hierbei können wir konkrete Fälle vorstellen, bei denen sleep&see Ortho-K Linsen von Techno-Lens mit großem Erfolg getragen werden und die Myopie auch nach vielen Jahren sehr stabil geblieben ist.

Es gibt viele wissenschaftliche Studien über den Einfluss von Ortho-K Linsen auf die Myopieprogression, bei denen man festgestellt hat, dass bei den Ortho-K Trägern im Vergleich zur Kontrollgruppe das axiale Wachstum der Baulänge des Auges bis zu 50 % gehemmt wurde weiter...

Eine neue Silikonhydrogel Generation – Was können wir erwarten?

Sabine Strübing, Master of Science in Clinical Optometry, EyeCare & Correction Consulting

 

Nach der Einführung von mehreren Silikonhydrogelen seit 1999 gibt es nun noch einmal eine neue Generation. Da stellt sich die Frage, was können wir hier noch zusätzlich erwarten? Wenn wir uns die Verteilung der Kontaktlinsenmaterialien weltweit anschauen haben die Silikonhydrogele schon einen Anteil von 68% des Kontaktlinsen-Marktes eingenommen, den Rest teilen sich 27% Hydrogele und nur 8% RGP inklusive Hybrid Linsen weiter...

 

Sehqualität im Vergleich: Myopie und Emmetropie unter Berücksichtigung von Aberrationen

Andreas Hartwig, PhD/Doctor of Philosophy, University of Manchester, GB, Dipl. Ing. (FH), FAAO

 

Die hohe Prävalenz der Myopie bei Kindern und Jugendlichen in einigen asiatischen Ländern ist in Fachkreisen akzeptiert und wurde mittels klinischer Studien belegt (zum Beispiel Plan at al., 2015). Die Ursache für die Entwicklung konnte trotz intensiver wissenschaftlicher Bemühungen noch nicht geklärt werden. Auf Basis klinischer Studien wird angenommen, daß neben der Genetik auch visuelle Einflüsse einen Einfluß auf die Emmetropisierung haben weiter...

 

Akkommodationsamplitude und Myopieprogression

Philipp Hessler

Eine reduzierte Akkommodationsamplitude wurde im Rahmen einer klinischen Studie an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena als potenzieller Risikofaktor für die Myopieprogression identifiziert. Die Myopisierung könnte ein Anpassungprozess auf die hohe Beanspruchung des visuellen Systems bei Naharbeit bei geringer Akkommodationsamplitude sein. Es wird empfohlen, bei progressiv myopen Patienten/Kunden eine Prüfung der Akkommodationsparameter (Akkommodationsamplitude, Akkommodationsflexibilität und Akkommodationgenauigkeit) durchzuführen. Liegt eine Akkommodationsinsuffizienz vor, sollte eine entsprechende Korrektion durch eine Plus Addition (i.d.R. 0.5 bis 1.5 dpt) und/oder Vision Training erfolgen.

 

 

Phillip Hessler

Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dozent für Optometrie

Vergleich von Kontaktlinsen und refraktiver Chirurgie in Bezug auf die Sehqualität myoper Fehlsichtiger

Prof. Dr. med.  Alexander Arthur Bialasiewicz

Zielsetzung: Von psychophysischen Untersuchungen an Sportlern ist bekannt, dass der gemessene Visus nur einen Teil der visuellen Perzeption (=Wahrnehmung) ausmacht, worunter Helligkeitswahrnehmung (Luminanz), Grössenabschätzung, Kontrastsensitivität, Bewegungs- und Tiefenwahrnehmung etc., aber auch  das kognitive Leistungsspektrum und höhere kortikale Leistungen fallen weiter...

Brauchen myope Kinder eine individuelle optische Versorgung - Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Kooperation mit dem BHVI - Brien Holden Vision Institute, Australien

Frank Widmer, Dipl. Ing. FH Augenoptik, hecht Contactlinsen GmbH

Auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse von Prof. Dr. Frank Schaeffel und Prof. Dr. Earl L. Smith III wird in der derzeitigen Forschung zur Myopieprävention der Ansatz einer Verbesserung der Abbildung der peripheren Bildschale zur Netzhaut verfolgt. Ziel ist es, hierdurch eine größtmögliche Verlangsamung der Myopieentwicklung bei Kindern und Jugendlichen zu bewirken. Betrachten wir die klinischen Studien, die bislang zum Thema Myopiekontrolle im Zusammenhang mit weichen Testlinsen durchgeführt wurden, so lässt sich feststellen, dass die Erfolgsquoten bei 30 – 50% reduzierter Myopieprogression liegen. Hierbei kommen zum Teil reguläre Multifokallinsen mit Fernwirkung im Zentrum als solche „Myopielinsen“ zum Einsatz oder es werden idealisierte Stärkenprofile entwickelt (Holden, B.; BHVI: Hecht Forum 2015). weiter...

DAKG Abstract-Heft 2015
DAKG-Abstract-Heft-2015.pdf
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