Am 12. September 2015 fand in Köln unsere 16. DAKG-Tagung zum Thema Myopie und Myopieprogression statt.
160 Augenärzte und Augenoptiker haben erstmalige Studienergebnisse, aktuelle Forschungsansätze und neue Fragen rund um die Myopie, deren Prävention, Entstehung, Progression, aber auch der refraktive konservative Ausgleich mit Kontaktlinsen und Brillen, sowie die chirurgische Behandlung, vorgestellt und diskutiert.
Die Kurzsichtigkeit stellt in den industrialisierten Ländern Europas, Amerikas und Asiens die wohl häufigste Abnormalität in der Entwicklung des Auges in der Jugend dar und ist in 80% der Fälle die Folge einer Verlängerung des Augapfels: pro Millimeter Längenwachstum wird das Auge um etwa 2.7 Dioptrien kurzsichtiger. Höhere Myopien (ab ca. 6 Dioptrien) gehen einher mit erhöhtem Risiko einer Netzhautablösung, aber auch Glaukom und Katarakt nehmen bei höherer Myopie zu. Die Veränderung des Augapfels und die damit einhergehende fehlerhafte Fokussierung der Lichtstrahlen vor oder hinter der Netzhaut kann mittels Brillengläser, Kontaktlinsen, refraktiver Chirurgie korrigiert werden weiter...
Je nach Region leiden heutzutage zwischen 20% bis zu 80% der Weltbevölkerung unter Myopie (Pan et al 2012). Dies ist in den meisten Fällen auf ein überdimensioniertes Längenwachstum des Augapfels zurück zu führen und bildet ein hohes Risiko für retinale Erkrankungen wie Netzhautabrisse oder Aderhaut- und Retinaatrophien (Organawa, Tanaka 1988). Dabei bilden vor allem das forcierte Bulbuswachstum in den jungen Lebensjahren zwischen 8 und 20 Jahren den Hauotanteil an der Myopieprogression (Thron et al 2005) weiter...
Hierbei können wir konkrete Fälle vorstellen, bei denen sleep&see Ortho-K Linsen von Techno-Lens mit großem Erfolg getragen werden und die Myopie auch nach vielen Jahren sehr stabil geblieben ist.
Es gibt viele wissenschaftliche Studien über den Einfluss von Ortho-K Linsen auf die Myopieprogression, bei denen man festgestellt hat, dass bei den Ortho-K Trägern im Vergleich zur Kontrollgruppe das axiale Wachstum der Baulänge des Auges bis zu 50 % gehemmt wurde weiter...
Eine reduzierte Akkommodationsamplitude wurde im Rahmen einer klinischen Studie an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena als potenzieller Risikofaktor für die Myopieprogression identifiziert. Die Myopisierung könnte ein Anpassungprozess auf die hohe Beanspruchung des visuellen Systems bei Naharbeit bei geringer Akkommodationsamplitude sein. Es wird empfohlen, bei progressiv myopen Patienten/Kunden eine Prüfung der Akkommodationsparameter (Akkommodationsamplitude, Akkommodationsflexibilität und Akkommodationgenauigkeit) durchzuführen. Liegt eine Akkommodationsinsuffizienz vor, sollte eine entsprechende Korrektion durch eine Plus Addition (i.d.R. 0.5 bis 1.5 dpt) und/oder Vision Training erfolgen.
Phillip Hessler
Ernst-Abbe-Hochschule Jena
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dozent für Optometrie
Zielsetzung: Von psychophysischen Untersuchungen an Sportlern ist bekannt, dass der gemessene Visus nur einen Teil der visuellen Perzeption (=Wahrnehmung) ausmacht, worunter Helligkeitswahrnehmung (Luminanz), Grössenabschätzung, Kontrastsensitivität, Bewegungs- und Tiefenwahrnehmung etc., aber auch das kognitive Leistungsspektrum und höhere kortikale Leistungen fallen weiter...
Auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse von Prof. Dr. Frank Schaeffel und Prof. Dr. Earl L. Smith III wird in der derzeitigen Forschung zur Myopieprävention der Ansatz einer Verbesserung der Abbildung der peripheren Bildschale zur Netzhaut verfolgt. Ziel ist es, hierdurch eine größtmögliche Verlangsamung der Myopieentwicklung bei Kindern und Jugendlichen zu bewirken. Betrachten wir die klinischen Studien, die bislang zum Thema Myopiekontrolle im Zusammenhang mit weichen Testlinsen durchgeführt wurden, so lässt sich feststellen, dass die Erfolgsquoten bei 30 – 50% reduzierter Myopieprogression liegen. Hierbei kommen zum Teil reguläre Multifokallinsen mit Fernwirkung im Zentrum als solche „Myopielinsen“ zum Einsatz oder es werden idealisierte Stärkenprofile entwickelt (Holden, B.; BHVI: Hecht Forum 2015). weiter...