Rückblick auf das Interdisziplinäres Symposium in Köln 2015

Myopie und Myopie-Progression

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Sektionsmitglieder!

 

Am 12. September 2015 traf sich in Köln unter der Schirmherrschaft von Prof. Cursiefen ein interessiertes fachkundiges Publikum, um alle Forschungsergebnisse und Kenntnisse rund um die Myopie und deren Progression zu erfahren und aufzuarbeiten.

 

Die Inhalte der behandelten Themen reichten von der operativen und konservativen Behandlung schwerer und schwerster Folgen der pathologischen Myopie, über die verschiedenen Möglichkeiten der Korrektur des Brechungsfehlers mit Brillen und Kontaktlinsen bis hin zur Vorstellung präventiver und therapeutischer, auch medikamentöser Maßnahmen. Selbst die kritische Bearbeitung des Themas in Form von Darlegung systematischer Fehler (BIAS) aktueller Studien fehlte nicht, wie z.B. ein vielbeachteter Vortrag mit dem fast schon provokativen Titel: „Myopie-Epidemie, gibt es sie wirklich“, bewies.

 

Eine sehr offene Diskussion der 150 Teilnehmer dieses Symposiums begleitete die inhaltlich fundierten und exzellent ausgearbeiteten Referate. Insgesamt war die Resonanz auf das Konzept und die Ausarbeitung der Inhalte positiv, so dass man von einem Erfolg sprechen darf.

 

Am Sonntag trafen sich augenärztliche Kontaktlinsenexperten und es wurde ein Empfehlungspapier vorformuliert, welches wir unseren jungen myopen Patienten und deren Eltern aushändigen möchten. Nach Aussage von Prof. Schaeffel nimmt der Bedarf nach Information und fachkundiger Beratung ständig zu. Er erhält als anerkannter Experte und Myopie-Forscher täglich zunehmen Anrufe besorgter Eltern.

 

Mit unserer Initiative: „Auge-Refraktion-Sehschärfe“ möchten wir diesen Menschen entgegenkommen und betonen, dass Augenärzte sich neben der Behandlung der Myopieassoziierten Erkrankungen auch um Vorsorge und mögliche Therapieoptionen zur Verhinderung oder Beeinflussung der Progressiven Myopie kümmern. Dieses Feld der Myopie, was zu Beginn eher in den ungeliebten Bereich der Refraktionsanomalien fällt, gehört mit den modernen Forschungsansätzen der medikamentösen Therapie ganz eindeutig in die Hände der Ärzteschaft.

 

Die Therapieoptionen sind in großen Zügen bekannt. Neu und inzwischen im internationalen Ausland erfolgreich eingeführt ist die Low-Dose Therapie mit 0,01%igem Atropin. Bei dieser Dosierung gibt es bis auf gelegentlich auftretende Allergien nur zu vernachlässigende unerwünschte Nebenwirkungen.

 

Speziell geformte Kontaktlinsen, die den peripheren Defokus des Bulbus ausgleichen, vermindern das genetisch determinierte weitere Längenwachstum. Unterschiedliche individuelle Ansätze machen dieses Thema vielschichtig und interessant, wie die Tagung eindeutig zeigte.

 

Das Empfehlungspapier ist eher allgemein gehalten und zeigt zusammenfassend die Optionen auf, die heute vertretbar kommuniziert werden können. Jeder Kollege kann sich für den Einzelfall die Therapieoption wählen, die individuell passt.

Wir möchten mit dieser Mail die Mitglieder der Sektion informieren und darum bitten, dass ggf. Patienten auf diese Initiative mit dem Empfehlungspapier: „Myopie“ hingewiesen werden. Auch Stellungnahmen sind gerne angefragt.

 

Wobei betont wird, dass die Myopie-Initiative keine akademisch wissenschaftliche Struktur darstellen soll. In anderen Worten: wir bewegen uns auf gesichertem Terrain aber dürfen nicht in den Fehler verfallen, allzu theoretisch und vom Patienten abgehoben zu diskutieren. Nehmen Sie die Anstrengungen der Experten zur Information unserer kleinen Patienten und deren besorgten Eltern mehr als Laienpressetext, verständlich und praktikabel. 

 

Es muss weiterhin viel getan, geforscht, erprobt und durchgeführt werden.

 

Wir hoffen, dass wir mit dieser Initiative und der Formulierung des Empfehlungspapiers einen Stein angestoßen haben. Ihn in die richtige Richtung zu schieben, liegt nun an uns allen.

 

Wir grüßen Sie!

 

Ihre

 

Bischoff

 

Dr. med. Gudrun Bischoff

Fachärztin Augenheilkunde

1. Vorsitzende DAKGeV

Sektion Kornea DOG - Kontaktlinsen

President Elect IMCLC

Medical Eye-Care Augenklinik und Praxis

Berner Heerweg 173-175

22159 Hamburg

gudrunbischoff@gmx.de

Wir sind für Sie da:

Deutsche Augenärztliche Kontaktlinsen Gesellschaft e.V.
Friedrich-Ebert-Damm 323
22159 Hamburg

 

Korrespondenz bitte an folgende Adresse:

Carré final

Friedrich-Ebert-Damm 323

22159 Hamburg


Telefon: 040/644 21 078

E-Mail: info@kontaktlinsen-sprechstunde.de

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